vertical farming led

Vertical Farming – eine Lösung für die Ernährung der Welt?

Das und mehr kann man in diversen Medien in den letzten Jahren lesen. Wir beleuchten das Thema von wissenschaftlicher und vor allem praktischer Sicht : Wie weit ist die Entwicklung von vertikalen Farmen? Was kann darin angebaut werden? Und unter welchen Aspekten ist es wirtschaftlich rentabel? 


Vertical Farming – damit ist der gestapelte Anbau von Lebensmitteln gemeint. Häufig mit der Idee mehr Ertrag pro Fläche zu realisieren! Insgesamt beruht die Idee, wie sie heute in den Medien transportiert wird, auf Ansätzen von Dickson Despommier, einem Professor für Umweltgesundheit und Mikrobiologie an der Columbia University in New York City. Der Ansatz will aktuelle Probleme der Ernährungssicherheit lösen.  Somit sollen vertikale Farmen die steigende Weltbevölkerung in einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Weise ernähren. Vorteil soll eine wetterunabhängige Produktion in urbanen Zentren sein. Somit würden auch weite Transportwege wegfallen.
Durch das Schließen von Kreisläufen gilt die Idee als besonders ressourcenschonend: Die warme und CO2-reiche Abluft aus Gebäuden kann für die Pflanzenproduktion ebenso genutzt werden, wie das Grau- und Schwarzwasser aus Gebäuden. Wie aber sieht eine vertikale Produktion genau aus?

vertical farming deutsch vorteile


Vertical Farming mittels Kultursystem: Dies ist eine Produktionsweise, die bereits in einzelnen Projekten genutzt wird. Dabei werden vor allem Salate und andere krautige Pflanzen in Schichten übereinander produziert. Das kann an A-förmigen Gestellen passieren oder in einzelnen Schichten, wie man auf den Bildern sehen kann. Für letzteres wird dann jedoch eine künstliche Zusatzbelichtung benötigt. Diese besteht häufig aus LEDs, da diese keine hohe Wärmewirkung auf die Pflanzen haben und man das Spektrum an dem Bedarf der Pflanzen anpassen kann. Die Produktion in solchen Systemen ist fast immer hydroponisch – also ohne herkömmliche Kultursubstrate. Darüber hinaus werden vertikale Systeme nur in Gewächshäusern oder Gebäuden verwendet – im Vergleich zum restlichen urban farming. Großer Vorteil einer solchen Produktion ist die höhere Flächeneffizienz. Vor allem, wenn A-förmige Gestelle in bereits bestehenden Gewächshäusern genutzt werden.

Vertikaler Anbau kann auch heißen: Farmscraper. Dickson Despommier hatte diese Idee, bei der Pflanzen und auch Tiere in Hochhäusern produziert und gehalten werden sollen. Die Produktion soll dabei vollautomatisch und durch Wind- und Wasserenergie möglichst autark ablaufen und dies mitten in den großen Megacitys dieser Erde. Die Stoffkreisläufe von Nährstoffen, Sauerstoff und Kohlendioxid sowie von Wärme werden zwischen den Pflanzen und Tieren geschlossen: Pflanzen produzieren Futtermittel und O2-reiche Luft für Tiere; Tiere produzieren durch die Exkremente Nährstoffe, CO2-reiche Luft und Abwärme für die Pflanzen. Bisher ist dies jedoch noch Zukunftsmusik. Auch wenn es diverse Projekte gibt, die versuchen, diesen Ansatz umzusetzen.

 


Vertical Farming nimmt sich den aktuellen Problemen, wie steigender Weltbevölkerung sowie Flächen- und Ressourcenknappheit an. Deswegen ist es aus unserer Sicht auch ein besonders spannendes und innovatives Feld des Gartenbaus! Mit der derzeitigen Technik lassen sich vor allem der großskalierte Anbau von Salaten und anderen krautigen Pflanzen in vertikalen Kultursystemen realisieren. Um möglichst energiesparend zu produzieren, findet dies im Optimalfall ohne den Einsatz von künstlicher Zusatzbelichtung statt. Der vertikale Anbau in Form von Farmscrapern ist derzeit noch nicht rentabel. Dies liegt vor allem an dem hohen Energiebedarf! Inwiefern sich dies jedoch in der Zukunft verändert, ist nicht abzusehen. Zuallererst ist es vermutlich für die Megacities Asiens rentabel. Eine zusätzliche Frage, die bei einer solchen Produktionsform noch offen ist, ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Wollen wir einen technisch hochintensiven Anbau?


Wie der aktuelle Stand im vertical farming in Deutschland ist?
Ein Beispiel: Seit 2013 gibt es das Start-up INFARM in Berlin, das eine vertikale Produktion von Salaten und Kräutern in verschiedene Restaurants und Supermärkte integriert hat. Die Pflanzen werden mittels LEDs belichtet und hydroponisch produziert. Zusätzlich sammeln Sensoren Daten wie ph, Temperatur, Licht- und Nährstoffdichte. Dadurch wird die Produktion immer mehr optimiert.

Take a look at INFARM!

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